Europa, Kontinent der Versöhnung?
40 Jahre nach dem Besuch Willy Brandts in Warschau
Konferenz am 7. Dezember 2010 im Königsschloss Warschau

Biographien der Konferenzteilnehmer

Prof. Egon Bahr
Bundesminister a.D.

Egon Bahr wurde am 18. März 1922 in Treffurt an der Werra/Thüringen geboren. Nach dem Abitur 1940 absolvierte Bahr zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Rheinmetall Borsig-AG in Berlin. Nach dem Krieg arbeitete Bahr als Journalist bei der Berliner Zeitung, der Allgemeinen Zeitung und dem Tagespiegel. 1960 bis 1970 war er Chefkommentator und Leiter des Bonner Büros des RIAS. Bahr ist 1956 in die SPD eingetreten und war von 1976 bis 1981 Bundesgeschäftsführer. 1960 berief ihn Willy Brandt zum Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin und entwickelt gemeinsam mit ihm die Basis für die spätere Neue Ostpolitik. 1969 wurde Bahr Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Ost-Berlin. Er wirkte maßgeblich am Moskauer Vertrag, Warschauer Vertrag, Transitabkommen, sowie dem Grundlagenvertrag mit. Auf Bahr gehen das Motto der sozialliberalen Ostpolitik „Wandel durch Annäherung“ und die „Politik der kleinen Schritte“ zurück. 1972 bis 1990 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1974 bis 1976 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Kabinett von Helmut Schmidt. Von 1984 bis 1994 war Bahr wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg. Seit 1984 ist Bahr Honorarprofessor der Universität Hamburg.

 

Enrique Barón Crespo
Präsident des Europäischen Parlaments a.D.

Enrique Barón Crespo wurde am 27. März 1944 in Madrid geboren. Er studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Madrid und Paris. 1965 bis 1970 hielt er Wirtschaftsvorlesungen an der Universidad Complutense in Madrid und war im Anschluss bis 1977 als Anwalt tätig. 1977 trat er der Partido Socialista Obrero Español (PSOE) bei und wurde nach der ersten demokratischen Wahl nach der Francozeit wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der PSOE-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Von 1982 bis 1985 war er Minister für Verkehr, Kommunikation und Tourismus. Von 1986 bis 2009 war Enrique Barón Crespo Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Ab 1989 bis 1992 war er Präsident des Europäischen Parlaments. Danach war er bis 1994 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses und von 1999 bis 2004 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion. 2004 bis 2009 war Enrique Barón Crespo Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel und 2007 einer von drei Delegierten des Europäischen Parlaments auf der Regierungskonferenz, die den Vertrag von Lissabon ausformulieren sollte. Zurzeit ist Enrique Barón Crespo Präsident der Europäischen Stiftung für die Informationsgesellschaft.

 

Włodzimierz Cimoszewicz
Senatsabgeordneter

Włodzimierz Cimoszewicz wurde am 13. September 1950 in Warschau geboren. Er studierte an der Fakultät für Jura und Verwaltung an der Universität Warschau und arbeitete dort von 1972 bis 1985 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Institut für Internationales Recht, wo er 1978 auch promovierte. Von 1980 bis 1981 war er Fulbright-Stipendiat und forschte an der Columbia University in New York. Cimoszewicz war schon früh politisch aktiv, so gehörte er von 1968 bis 1973 der Union der Sozialistischen Jugend an und war außerdem von 1971 bis 1990 Mitglied der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei PZPR. 1985 zog er sich zurück und betätigte sich zunächst als Landwirt, kehrte jedoch nach den Verhandlungen des Runden Tisches in die Politik zurück und wurde Abgeordneter der PZPR im Sejm. Von 1990 bis 1993 war er Vorsitzender des Wahlkomitees der SLD. Er war Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats von 1992 bis 1996. Zwischen 1993 und 1995 war er Vize-Premierminister und Justizminister Polens und von 1995 bis 1997 Ministerpräsident. Zwischen 1995 und 1996 war Cimoszewicz Vize-Marschall des Sejm und Vorsitzender der Verfassungskommission. Von 2001 bis 2005 hatte er den Posten des Außenministers inne. 2005 wurde er zum Sejm-Marschall und 2007 in den Senat gewählt.

 

Knut Dethlefsen
Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau

Knut Dethlefsen wurde am 19. Dezember 1969 in Neumünster geboren. Nach dem Abitur war er zunächst von 1990 bis 1992 als freiwilliger Mitarbeiter in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim (Auschwitz) in Polen tätig. Daran anschließend begann er ein Studium der Neueren Geschichte, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin, das er 1999 mit dem Magister Artium abschloss. Von 1999 bis 2000 war Dethlefsen Mitarbeiter des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes in Potsdam. Anschließend ging er in die USA, wo er als Mitarbeiter im außenpolitischen Stab der US-Senatorin Dianne Feinstein in Washington, D.C. tätig war und 2002 ein Studium an der Georgetown University mit dem Master of Science in Foreign Service abschloss. Von 2002 bis 2005 leitete Knut Dethlefsen das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Shanghai sowie von 2005 bis 2009 das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ost-Jerusalem. Seit 2009 ist er Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau.

 

Dr. Karen Donfried
Vizepräsidentin des German Marshall Fund of the United States a.D.

Bis Ende Oktober 2010 war Dr. Karen Donfried Vizepräsidentin des German Marshall Fund of the United States (GMF). Während ihrer Zeit beim GMF war sie dort, neben ihrer Tätigkeit als Vizedirektoren auch als Direktorin für Außenpolitik sowie als Direktorin für Politische Programme tätig. Zuvor hat Karen Donfried bereits als Spezialistin für europäische Angelegenheiten in der Abteilung für auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung und Handel des Congressional Research Service gearbeitet. Von 2003 bis 2005 war sie im Policy Planning Staff des US State Departments für das europäische Portfolio zuständig. Karen Donfried hat zunächst einen Bachelorabschluss in Government und Deutsch an der Wesleyan University in Middleton, Connecticut erworben und später mit einem Ph.D. und Master of Arts in Law and Diplomacy an der Tufts University in Medford, Massachusetts sowie einem Magister der Universität München ihr Studium abgeschlossen.

 

Dr. Peter Frey
Chefredakteur des ZDF

Peter Frey wurde am 4. August 1957 in Bingen am Rhein geboren. Nach dem Abitur 1976 studierte er von 1978 bis 1986 Politikwissenschaften, Pädagogik und Romanistik in Mainz und Madrid und promovierte schließlich mit einer Dissertation über "Spanien und Europa, die spanischen Intellektuellen und die Europäische Integration". Bereits während seines Studiums war er freiberuflich als Journalist für den Südwestfunk, die Frankfurter Rundschau und das ZDF tätig. Von 1991 bis 1992 war er stellvertretender Leiter und Korrespondent des ZDF in Washington. 1998 bis 2001 war Frey Leiter der ZDF-Hauptredaktion Außenpolitik und Moderator des „auslandsjournal“ sowie zahlreicher Sondersendungen. 2001 bis 2010 war er Leiter des ZDF Hauptstadtstudios Berlin und moderierte unter anderem die Sendungen "Berlin direkt", "ZDF-Sommerinterviews" und "Berliner Runde". Seit dem 1. April 2010 ist er Chefredakteur des ZDF.

 

Anke Fuchs
Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung

Anke Fuchs wurde am 5. Juli 1937 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur nahm sie ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das sie 1964 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abschloss. Im Anschluss arbeitete sie bis 1968 als Referentin für Arbeitsrecht und Sozialpolitik beim DGB-Bezirk Nordmark. Von 1971 bis 1977 übernahm sie die Funktion des geschäftsführenden Vorstandsmitglieds der IG Metall. Bereits seit 1956 Mitglied der SPD wurde sie 1971 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt und war von 1980 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1998 bis 2002 bekleidete sie das Amt der Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestages. Bereits vor ihrer Wahl in den Bundestag wurde sie 1977 zur Staatsekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung ernannt und nach ihrer Wahl in den Bundestag zur parlamentarischen Staatssekretärin im selben Ministerium berufen. Kurz vor Ende der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde sie am 28. April 1982 zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit ernannt. Bei der Wahl zum ersten sächsischen Landtag nach der Wende im Oktober 1990 kandidierte sie als Spitzenkandidatin der SPD gegen Kurt Biedenkopf und erzielte das bis heute beste Landtagswahlergebnis der sächsischen SPD. Seit 2003 ist sie Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung.

 

Sigmar Gabriel
Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)

Sigmar Gabriel wurde am 12. September 1959 in Goslar geboren. Nach seinem Abitur 1979 absolvierte er zunächst seinen Wehrdienst und nahm 1982 ein Studium der Politik, der Soziologie und der Germanistik auf, welches er 1989 mit dem 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien abschloss. Bereits während seines Studiums war er unter anderem für die Gewerkschaften IG Metall und ÖTV in der politischen Erwachsenenbildung sowie in der Kinder- und Jugendarbeit bei der Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) tätig. 1977 trat er der SPD bei und war von 1987 bis 1990 Kreistagsabgeordneter im Landkreis Goslar. Von 1990 bis 2005 war er Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag und von 1998 bis 1999 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Von 1999 bis 2003 war Sigmar Gabriel Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und im Anschluss wieder Vorsitzender der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Von Oktober 2005 bis Oktober 2009 war er Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Seit 2007 Mitglied des SPD-Parteivorstandes wurde Sigmar Gabriel am 13. November 2009 zum Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) gewählt.

 

Dr. Irina Kobrinskaya
Geschäftsführerin der Stiftung für Zukunftsstudien

Dr. Irina Kobrinskaya wurde 1950 in Moskau geboren. Sie ist Absolventin der Staatlichen Universität Moskau, wo sie 1983 am Institut für US- und Kanadastudien promovierte. Von 1988 bis 1992 arbeitete sie am Institut für Politikwissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Nach ihrer Rückkehr nach Moskau wurde sie eingeladen, das Programm „Russland und seine Nachbarn“ im Carnegie Center in Moskau zu koordinieren. 1998 wurde sie Direktorin des neu gegründeten Moskau-Zentrums der New Yorker Ost-West-Instituts, wo sie bis 2001 arbeitete. Seit 2002 ist Dr. Kobrinskaya Geschäftsführerin der Stiftung für Zukunftsstudien und leitende Forschungsstipendiatin am Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften. Irina Kobrinskaya ist Autorin von 4 und Ko-Autorin von 30 Monographien, ca. 200 Artikeln in Zeitschriften zu nationaler und Außenpolitik sowie internationaler Sicherheit. Sie ist Herausgeberin von über 30 Büchern und kommentiert regelmäßig zu außenpolitischen Angelegenheiten.

 

Bronisław Komorowski
Staatspräsident der Republik Polen (PO)

Bronisław Komorowski wurde am 4. Juni 1952 in Oborniki Śląskie in der Nähe von Breslau geboren. Er studierte an der Universität Warschau an der Geschichtswissenschaftlichen Fakultät. Nach seinem Abschluss 1977 arbeitete Komorowski zunächst als Journalist für die Zeitung Słowo Powszechne. 1980 bis 1981 war er im Zentrum für Gesellschaftliche Forschung der Solidarność tätig. Nach dem Ende der Volksrepublik Polen war Komorowski ab 1989 Mitglied des Sejm. 1989 bis 1990 war er Kabinettsdirektor im Amt des Ministerrats und anschließend bis 1993 stellvertretender Verteidigungsminister. 1997 bis 2000 war Komorowski Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Sejm und von 2000 bis 2001 Verteidigungsminister unter Ministerpräsident Jerzy Buzek. 2001 trat er zur Bürgerplattform (Platforma Obywatelska) über und gehört seitdem dem Parteivorstand an. Ab 2005 war er Vizemarschall des Sejm und ab 2007 Sejmmarschall. Im März 2010 wurde Komorowski als Präsidentschaftskandidat der PO bestimmt. Nach dem Flugzeugabsturz am 10. April 2010 und dem Tod des amtierenden Staatspräsidenten Lech Kaczyński übernahm Komorowski in seiner Funktion als Sejmmarschall die Amtsgeschäfte des verstorbenen Präsidenten. Nach den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen im Juni und Juli 2010 ist Komorowski seit dem 6. August 2010 Präsident der Republik Polen.

 

Tadeusz Mazowiecki
Ministerpräsident a.D.

Tadeusz Mazowiecki wurde am 18. April 1927 in Płock geboren. Er begann 1946 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Warschau, beendete dieses jedoch nicht. 1945 bis 1955 war er Mitglied der katholischen PAX-Gesellschaft, aus der er später wegen interner Opposition ausgeschlossen wurde. 1957 war er Gründungsmitglied des Katholischen Klubs der Intelligenzija. 1958 gründete er die katholisch-intellektuelle Monatszeitschrift „Więź“, deren Chefredakteur er auch war. Von 1961 bis 1971 war er Sejm-Abgeordneter für die katholische Bewegung Znak. Danach beteiligte er sich am Widerstand katholischer Intellektueller in Breslau gegen die kommunistische Regierung der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei. Seit 1978 war er Dozent an der „Fliegenden Universität“. Ab 1980 war er Berater der Gewerkschaft Solidarność und Chefredakteur der gleichnamigen Wochenzeitung. Nach der Verhängung des Kriegsrechts 1981 wurde Mazowiecki inhaftiert und wurde als letzter 1982 wieder freigelassen. 1989 nahm er als Berater am Runden Tisch teil und wurde im selben Jahr vom Sejm zum Ministerpräsidenten gewählt. 1990 trat er von diesem Amt zurück. Mazowiecki war Mitbegründer der Demokratischen Union, später Freiheitsunion, deren Vorsitz er von 1990 bis 1995 inne hatte. Von 1992 bis 1995 war er Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission in Bosnien, legte dieses Mandat aber aus Protest gegen die Passivität der internationalen Staatengemeinschaft beim Massaker von Srebrenica nieder. Seit 2004 ist er Mitglied und Spitzenkandidat der sozial-liberalen Demokratischen Partei. Seit 2010 ist er Berater Bronisław Komorowskis in Sachen nationaler und internationaler Politik.

 

Janusz Reiter
Leiter des CSM, Botschafter der Republik Polen a.D.

Janusz Reiter wurde am 6. August 1952 in Kościerzyna geboren. Von 1971 bis 1976 studierte er Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Universität Warschau. Ab 1977 war er Redakteur der Auslandsredaktion der Tageszeitung Życie Warszawy. 1984 bis 1989 war er Kommentator der katholischen Zeitschrift Przegląd Katolicki und von 1989 bis 1990 Kommentator der Tageszeitung Gazeta Wyborcza sowie des polnischen Fernsehens. Von 1990 bis 1995 war Reiter Botschafter der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland. 1996 gründete er das Zentrum für Internationale Beziehungen in Warschau, dessen Präsident er bis heute ist. Von 2005 bis 2007 war Reiter Botschafter der Republik Polen in den USA.

 

Alain Richard
Französischer Verteidigungsminister a.D. (PS)

Alain Richard wurde am 29. August 1945 in Paris geboren. Von 1969 bis 1971 studierte Richard am Institut d’Études Politiques de Paris und an der École Nationale d’Administration (ENA). Ab 1962 war er Mitglied der Parti Socialiste Unifié (PSU) und gehört von 1972 bis 1974 dem Parteivorstand an. 1974 trat er der Parti Socialiste (PS) bei und war ab 1977 Bürgermeister von Saint-Ouen-l'Aumône im Département Val-d’Oise. Von 1978 bis 1993 war Richard Abgeordneter in der französischen Nationalversammlung für das Département Val-d’Oise. Von 1987 bis 1988 war er Vizepräsident der Nationalversammlung. Zudem war Richard von 1978 bis 1993 Richter am Obersten Gerichtshof. 1995 wurde Richard zum Senator für das Départment Val d’Oise gewählt. 1997 bis 2002 war er unter Lionel Jospin französischer Verteidigungsminister. Seit 2009 ist Richard Präsident des Rates für Nachhaltige Entwicklung des Départements Val-d’Oise. Richard ist Mitglied im wissenschaftlichen Orientierungskomitee der von Michel Rocard und Dominique Strauss-Kahn gegründeten Vereinigung À gauche en Europe und Schatzmeister von Inventer à gauche.

 

Prof. Dr. Adam Daniel Rotfeld
Außenminister der Republik Polen a.D.

Prof. Dr. Adam Daniel Rotfeld wurde am 4. März 1938 in Przemyślany bei Lemberg geboren. Den Holocaust überlebte er in einem Kloster des Studitenordens in Uniów. 1951 siedelte Rotfeld nach Polen über und studierte von 1955 bis 1960 an der Warschauer Hochschule für Diplomatie. Von 1960 bis 1962 absolvierte er ein Aufbaustudium in Journalistik. 1961 bis 1989 war er Mitarbeiter des Polnischen Instituts für Internationale Beziehungen in Warschau. 1969 promovierte er zum Selbstbestimmungsrecht der Völker im modernen Internationalen Recht an der Jagiellonen-Universität in Krakau. 2001 wurde er zum Professor an der Universität Warschau ernannt. Nach der Wende in Polen wurde Rotfeld Forschungsprojektleiter am Internationalen Institut für Friedensforschung SIPRI in Stockholm, dessen Direktor er von 1991 bis 2002 war. Seit 2001 ist Rotfeld Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats. Ab 2002 wurde er als Unterstaatssekretär im Außenministerium Mitglied der polnischen Regierung. 2003 wurde er zum Staatssekretär ernannt und besetzte schließlich von Januar bis November 2005 den Posten des Außenministers. Während seiner Zeit als Außenminister etablierte Rotfeld die Warsaw Reflection Group on UN Reform and Transatlantic Security and Complementarity of European Security Institutions. Derzeit ist Rotfeld Mitglied im Beratungskommitee des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen.

 

Axel Schäfer
Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion

Geboren am 3. August 1952 in Frankfurt am Main; verheiratet, ein Kind. 1963 Gymnasium. 1968 Ausbildung im öffentlichen Dienst (Berufsschule und Studieninstitut), 1981 bis 1982 Weiterbildung an der Ruhr-Universität Bochum. 1968 Stadtverwaltung Frankfurt am Main, 1972 Stadtverwaltung Bochum. 1983 bis 1984 Leiter des Europawahlbüros im SPD-Parteivorstand bei Willy Brandt und Peter Glotz, 1984 bis 1994 Leiter des Europabüros im Bezirk Westliches Westfalen. 1999 bis 2001 Akademieleiter einer europäischen Heimvolkshochschule, 2002 Generalsekretär Europäische Bewegung Deutschland (z. Z. beurlaubt). Von 1994 bis 1999 war Schmidt Mitglied des Europäischen Parlaments. 1995 war er als Wahlbeobachter in Kasachstan und 2004 in der Ukraine. Seit 2010 ist er Mitglied im Landesvorstand der SPD in Nordrhein-Westphalen. Er ist Mitglied des Bundestages seit 2002 und Sprecher der Arbeitsgruppe Angelegenheiten der Europäischen Union der SPD-Fraktion. Seit 17. März 2009 ist er Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der SPD-Bundestagsfraktion und seit 28. September 2010 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Angelegenheiten der Europäischen Union und Petitionen.

 

Thomas Schmid
Herausgeber der WELT-Gruppe

Thomas Schmid wurde am 6. Oktober 1945 bei Leipzig geboren. 1952 siedelte er mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland über. Nach seinem Abitur 1965 studierte Schmid bis 1969 Germanistik, Anglistik und Politikwissenschaften in Frankfurt am Main. In dieser Zeit war Schmid Teil der Frankfurter Studentenbewegung und neben Daniel Cohn-Bendit, Joschka Fischer und Matthias Beltz Gründer der Gruppe „Revolutionärer Kampf“. Von 1979 bis 1986 war er Lektor im Verlag Klaus Wagenbach und wurde später auch selber als freier Autor tätig. Ab 1993 arbeitete Schmid für die „Wochenpost“ und später für die „Hamburger Morgenpost“. 1998 wechselte er als Leiter des Meinungsressorts „Forum“ zur Redaktion „Die Welt“. 2000 wechselte er zum Politikressort der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung“ und wurde dort 2001 verantwortlicher Redakteur für das Ressort Politik. Ab 2006 war Schmid Chefredakteur von „Welt“ und „Welt kompakt“ und ab 2008 zusätzlich von „Welt Online“ und „Welt am Sonntag“. Seit 2010 ist Schmid Herausgeber der Welt Gruppe.

 

Martin Schulz
Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament

Martin Schulz wurde am 20. Dezember 1955 in Hehlrath geboren. Er schloss eine Ausbildung als Buchhändler ab, war dann in verschieden Verlagen und Buchhandlungen tätig, bis er 1982 seine eigene Buchhandlung gründete, die er bis 1994 führte. 1974 trat Martin Schulz der SPD bei und engagierte sich bei den Jusos. 1987 wurde er Bürgermeister von Würselen, ein Amt, das er bis 1998 innehatte. Seit 1994 ist Martin Schulz Mitglied des Europäischen Parlaments. Seit der Europawahl 2004 ist er Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) (heute S&D) und in mehreren Ausschüssen tätig. Er wurde am 13. November 2009 zum neuen Europabeauftragten der SPD gewählt. Gemäß den Verhandlungen mit der konservativen EVP wird Martin Schulz ab 2012 Jerzy Buzek als Präsident des Europäischen Parlaments ablösen. Seit 1999 ist Martin Schulz außerdem Mitglied des SPD-Parteivorstandes und Mitglied des Parteipräsidiums.

 

Dr. Angelica Schwall-Düren
Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen (SPD)

Angelica Schwall-Düren wurde am 16. Juli 1948 in Offenburg, Baden-Württemberg geboren. Nach dem Abitur studierte sie Geschichte, Politische Wissenschaften und Französisch an den Universitäten Freiburg i. Br., Montpellier und Münster. 1977 schloss sie ihr Studium mit dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien sowie einer Promotion in Wirtschafts- und Sozialgeschichte ab. Von 1977 bis 1994 war Schwall-Düren Lehrerin an Gymnasien in Ahaus und Gronau. 1982 legte sie eine Zusatzprüfung in Soziologie ab und bildete sich 1985 und 1992 neben dem Beruf zur Familientherapeutin und Supervisorin weiter. Seit 1976 Mitglied der SPD war sie von 1994 bis 2004 Mitglied des Deutschen Bundestages und ab 1998 parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion. Von 2002 bis 2010 war Schwall-Düren stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion zuständig für Angelegenheiten der Europäischen Union. Seit dem 15. Juli 2010 ist sie Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Prof. Dr. Gesine Schwan
Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance

Gesine Schwan wurde am 22. Mai 1943 in Berlin geboren. Zur Vorbereitung ihrer Dissertation über den polnischen Philosophen Leszek Kołakowski (abgeschlossen 1970), forschte Schwan auch in Warschau und Krakau, wo sie Kontakt zu polnischen Dissidenten aufnahm. 1975 habilitierte sie an der Freien Universität Berlin, wo sie ab 1977 als Professorin tätig war. 1992 folgte ihre Wahl zur Dekanin am Otto-Suhr-Institut. Von Oktober 1999 bis September 2008 war sie dann Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Von 2005 bis 2008 arbeitete Schwan als Koordinatorin der Bundesregierung für die grenznahe und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit Polen. In den Jahren 2004 und 2009 kandidierte sie für das Amt der Bundespräsidentin. 2009 war sie Mitbegründerin der Humboldt-Viadrina School of Governance, der sie seit dem 15. Juni 2010 als Präsidentin vorsteht. Neben ihrer wissenschaftlichen Karriere war Gesine Schwan stets auch politisch aktiv. Nach ihrem Eintritt in die SPD 1972 war sie in zahlreichen politischen Gremien tätig.

 

Radosław Sikorski
Außenminister der Republik Polen

Radosław Sikorski wurde am 23. Februar 1963 in Bydgoszcz geboren. Nach Abschluss der Schule verließ er Polen und studierte Philosophie und Politikwissenschaft am Pembroke College der Universität Oxford. Von 1986 bis 1989 arbeitete Sikorski als Reporter für den Spectator und den Observer in Afghanistan, Angola und Jugoslawien. 1992 wurde Sikorski stellvertretender Verteidigungsminister im Kabinett von Jan Olszewski und von 1998 bis 2001 war er stellvertretender Außenminister in der Regierung von Jerzy Buzek. Ab 2002 arbeitete er als Direktor der New Atlantic Initiative (NAI) im American Enterprise Institute in Washington D.C. 2005 wurde Sikorski in den polnischen Senat gewählt und bekleidete bis 2007 das Amt des Verteidigungsministers. Seit 2007 ist er Mitglied der PO, für die er im gleichen Jahr in den Sejm einzog. Seitdem ist Sikorski Außenminister der Republik Polen im Kabinett von Donald Tusk.

 

Prof. Dr. Fritz Richard Stern
Historiker

Fritz Stern wurde am 2. Februar 1926 in Breslau (heute Wrocław) geboren und musste 1938 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten emigrieren. 1947 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. In den USA studierte Stern an der Columbia University in New York. Nach seiner Promotion 1953 bei Jacques Barzun begann er eine akademische Karriere und wurde Professor an der Columbia University. 1967 wurde er Seth-Low-Professor für Geschichte und blieb in dieser Position bis zu seiner Emeritierung 1997. Heute gilt Stern als einer der bedeutendsten zeitgenössischen amerikanischen Historiker. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Geschichtsschreibung und die kulturelle und politische Geschichte des modernen Europa, insbesondere Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert. 1987 wurde er als erster Ausländer eingeladen, im Deutschen Bundestag die Rede zum Gedenken an den 17. Juni 1953 zu halten. Für sein Wirken wurde Fritz Stern mehrfach ausgezeichnet. So ist er Mitglied des Ordens „Pour le mérite“ und erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten von Oxford und Breslau.

 

Christian Wulff
Präsident der Bundesrepublik Deutschland (CDU)

Christian Wulff wird am 19. Juni 1959 im niedersächsischen Osnabrück als zweites Kind von Rudolf und Dagmar Wulff geboren. Am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium legt er das Abitur ab. Christian Wulff engagiert sich früh als Schülersprecher, Studentenvertreter und in den Jugendverbänden Schüler Union und Junge Union. Von 1980 bis 1986 studiert Christian Wulff Rechtswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt an der Universität Osnabrück. 1987 leistet er sein Referendarexamen in Hannover, danach sein Referendariat am Oberlandesgericht Oldenburg und legt 1990 sein Assessorenexamen in Hannover ab. 1990 tritt Christian Wulff in eine Rechtsanwaltskanzlei ein. 1986 wird Christian Wulff für die CDU Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück, von 1989 bis 1994 ist er deren Fraktionsvorsitzender. Christian Wulff bleibt Ratsmitglied bis 2001. 1994 wird er in den niedersächsischen Landtag gewählt. Im März des Jahres wird er Fraktionsvorsitzender, im Juni Landesvorsitzender seiner Partei in Niedersachsen. 1998 wird Christian Wulff zu einem der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. Nach den Landtagswahlen 2003 wird Christian Wulff am 4. März von den Abgeordneten des niedersächsischen Landtags zum Ministerpräsidenten gewählt und in dieser Position am 26. Februar 2008 bestätigt. Das Amt des Ministerpräsidenten hat er bis zum 30. Juni 2010 inne, dem Tag der 14. Bundesversammlung. Die Bundesversammlung wählt Christian Wulff zum zehnten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Seitdem ruht auf seinen Wunsch seine Mitgliedschaft in der CDU. Christian Wulff ist seit 2001 Schirmherr des Bundesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft. Christian Wulff ist katholisch. Er ist Ehrendoktor der Tongji-Universität in Shanghai.

 

Paweł Zalewski
Mitglied der Bürgerplattform im Europaparlament

Paweł Zalewski wurde am 25. September 1964 in Warschau geboren. Er studierte Geschichte und Recht an der Universität Warschau. In den 1980er Jahre nahm er an Oppositionsbewegungen teil, betätigte sich als Herausgeber im Untergrund und war Mitglied der Internationalen Studentenorganisation. 1989 nahm er an den Gesprächen am Runden Tisch teil. Von 1989 bis 1991 war er Berater des Bildungsministers. Über die Liste der Demokratischen Union wurde er 1991 Sejm-Abgeordneter. 1993 war er Mitbegründer der Konservativen Koalition. 1999 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Politikrates der Konservativen Bürgerpartei ernannt. 2002 wurde er Mitglied der Partei Recht und Gerechtigkeit PiS und 2007 deren stellvertretender Vorsitzender bis zu seinem Austritt aus der Partei. Zwischen 1991 und 1996 lehrte er außerdem als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Handelshochschule in Warschau. Von 1996 bis 2002 sowie zwischen 2003 und 2005 war er als geschäftsführender Gesellschafter einer internationalen Personalberatungsfirma tätig. Zwischen 2002 und 2003 war er in der Verwaltung der Woiwodschaft Mazowien tätig. 2005 wurde er über die Liste der PiS in den Sejm gewählt. 2007 wurde er erneut über die PiS in den Sejm gewählt, verließ die Partei jedoch im gleichen Jahr aufgrund innerparteilicher Differenzen und wechselte zur Bürgerplattform PO. 2009 wurde er als Kandidat der PO ins Europaparlament gewählt. Paweł Zalewski ist außerdem stellvertretender Vorsitzender der Internationalen Handelskommission des Europaparlaments. Er ist Fachmann für internationale Angelegenheiten und Berichterstatter der polnischen Außenpolitik.